Feuchtigkeit im Mauerwerk ist einer der häufigsten und zugleich folgenschwersten Bauschäden. Sie gefährdet nicht nur die Bausubstanz, sondern kann auch weitere Probleme nach sich ziehen. Insbesondere im Altbau kommt es aufgrund fehlender oder unzureichender Abdichtung früher oder später zu einem Feuchtigkeitsschaden. Hierbei kann eine fachgerechte, nachträgliche Mauerwerksabdichtung Schutz vor eindringender Nässe bieten und sorgt für den Werterhalt und die Steigerung der Wohnqualität. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Kellerabdichtung eines Hauses zu optimieren.
- Was passiert bei feuchtem oder durchlässigem Mauerwerk?
- Wann ist Abdichtung baugesetzlich vorgeschrieben?
- Wann ist eine Mauerwerksabdichtung notwendig?
- Unterschied: Außenabdichtung vs. Innenabdichtung
- Mauerwerksabdichtung: Wann ist welche Methode sinnvoll?
- Nachhaltigkeit und Wirksamkeit in der Praxis
- Welche DIN-Normen gelten für die Mauerwerksabdichtung?
- Mauerwerk abdichten: Was ist beim Denkmalschutz zu beachten?
- Außenabdichtung: Methoden im Überblick
- Wie wird eine Außenabdichtung durchgeführt? [Schritt-für-Schritt-Anleitung]
- Innenabdichtung: Methoden im Überblick
- Was beeinflusst die Kosten für eine Mauerwerksabdichtung?
- Gibt es Förderungen oder Zuschüsse für Mauerwerksabdichtungen?
- Kann ich eine Mauerwerksabdichtung selbst durchführen?
- Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Fazit
- Mauerwerksabdichtung: Häufig gestellte Fragen
Alles auf einen Blick:
- Eine Mauerwerksabdichtung schützt dauerhaft vor Feuchtigkeit, Schimmel und Wärmeverlusten.
- Ursachen für Feuchte sind meist defekte Abdichtungen, aufsteigende Bodenfeuchte oder Kondenswasserbildung.
- Das Mauerwerk kann durch eine Außen- und Innenabdichtung vor Feuchtigkeit und Nässe geschützt werden.
- Im ersten Schritt ist es wichtig, die betroffene Wand zu trocknen bevor Sie mit der Abdichtungsarbeit beginnen.
- In Neubauten ist eine Abdichtung der Kellerräume bereits ein fester Bestandteil, während in Altbauten eine Kellerabdichtung komplett fehlt oder nicht ausreichend schützt.
Was passiert bei feuchtem oder durchlässigem Mauerwerk?
Feuchtigkeit bahnt sich kapillar den Weg in das Mauerwerk, das bedeutet, sie steigt durch kleinste Poren, Risse und Fugen in das Innere der Hausmauer. Das führt zu
- Ausblühungen,
- feuchten Wandflächen,
- Abplatzungen von Putz,
- Schimmelbildung und
- muffige Geruch.
Die Mauerwerksabdichtung des Kellers ist als vorbeugende Baumaßnahme besonders wichtig, schließlich steigt die Nässe vom Erdboden auf. Wird der Feuchtigkeitsschaden erst spät entdeckt, kann das negative Auswirkungen auf die Bausubstanz, die Wohngesundheit und die Wärmedämmung haben. Ist die Wärmedämmung betroffen, kann das wiederum die Energiekosten steigen lassen.
Welche Ursachen führen zu Feuchtigkeit im Mauerwerk?
- fehlende oder defekte Horizontalsperre
- defekte oder unzureichende Außenabdichtung
- mangelhaft ausgeführte Abdichtungsarbeit
- kalte Wandbereiche
- Risse, kaputte Fugen oder Rohrbrüche
- fehlende oder defekte Entwässerungssysteme
Wann ist Abdichtung baugesetzlich vorgeschrieben?
Die Abdichtung von Mauerwerk ist gemäß DIN 18533 bei Neubauten verpflichtend, sobald Bauteile mit erdberührter Fläche (das betrifft Kellerwände und Bodenplatten) gegen Bodenfeuchte oder drückendes Wasser geschützt werden müssen. Bei Bestandsgebäuden muss spätestens immer dann eine Abdichtung erfolgen, wenn sichtbare Feuchteschäden, Schimmelbefall oder gesundheitliche Risiken bestehen. Die Landesbauordnungen der Bundesländer fordern generell, dass Bauwerke „dauerhaft gebrauchstauglich“ sein müssen, was eine funktionierende Abdichtung einschließt. Zusätzlich können Anforderungen aus dem Denkmalschutz, dem Wasserrecht (z. B. bei drückendem Grundwasser) oder der Gebäudeversicherung weitere Pflichten zur Sanierung mit sich bringen.
Wann ist eine Mauerwerksabdichtung notwendig?
Sobald Feuchtegehalt und sichtbare Schäden über die Oberflächen hinausgehen, ist eine Abdichtung unvermeidbar. Besonders bei Altbauten ohne Sperrschichten oder bei Rissbildung droht zunehmende Durchfeuchtung. Bei Schimmelbefall oder feuchten Kellerwänden ist eine Abdichtung auch aus gesundheitlichen Gründen erforderlich, denn eine Sporenbelastung kann allergische Reaktionen und weitere Probleme auslösen.
Wie erkenne ich ein Feuchtigkeitsproblem frühzeitig?
- dunkle Flecken
- Salzausblühungen (weiße Krusten)
- abgeplatzter Putz
- modriger Geruch
- feuchtes Mauerwerk
- Kondenswasser an Innenwänden
Wenn Sie Anzeichen für einen Feuchtigkeitsschaden entdecken, ist es wichtig, sich zuerst an einen Experten zu wenden. Im ersten Schritt sollte nämlich die genaue Ursache analysiert werden, um die richtige Gegenmaßnahme zu ergreifen und Ihr Mauerwerk zu schützen.
Überblick: Ursachen und Symptome
| Ursache | typische Anzeichen |
|---|---|
| aufsteigende Bodenfeuchtigkeit |
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| defekte oder fehlende Außenabdichtung |
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| Kondenswasserbildung an kalten Wandbereichen |
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| Risse im Mauerwerk |
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| defekte Fugen oder Anschlussbereiche |
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| Rohrbrüche oder undichte Leitungen |
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| fehlende Drainage oder defekte Regenrinnen |
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Unterschied: Außenabdichtung vs. Innenabdichtung
Wie die Bezeichnungen bereits vermuten lassen, unterscheiden sich Außen- und Innenabdichtung vor allem durch den Bereich, in dem sie ausgeführt werden. Während die Außenabdichtung an der Außenseite der Kellerwände angebracht wird, erfolgt die Innenabdichtung von der Raumseite aus. Außen- und Innendämmungen lassen sich zudem nach der Art der Abdichtung unterscheiden. Horizontalsperren bei Feuchtigkeit verhindern, dass Wasser im Mauerwerk nach oben aufsteigt, während Vertikalsperren die Wände von außen gegen seitlich eindringendes Wasser schützen. Je nach Situation werden diese Methoden bei der Außen- oder Innendämmung kombiniert, um den Keller dauerhaft trocken zu halten und gleichzeitig für eine gute Wärmedämmung zu sorgen. Das Abdichten von außen ist bei bestehenden Bauwerken oft mit einem erheblichen Arbeitsaufwand verbunden, da die Kellerwände freigelegt werden müssen. Diese Erdarbeiten verursachen zusätzliche Kosten, bieten jedoch den Vorteil einer besonders wirksamen und dauerhaften Lösung. Bei Neubauten wird die Außenabdichtung standardmäßig eingeplant und ausgeführt. Ist ein Freilegen der Wände nicht möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll, stellt die Innenabdichtung eine praktikable Alternative dar. Für beide Varianten stehen unterschiedliche Abdichtungsmethoden zur Verfügung, die je nach Schadensbild und Bausubstanz gewählt werden.
| Merkmal | Außenabdichtung | Innenabdichtung |
|---|---|---|
| Wirkprinzip |
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| Zugänglichkeit |
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| Methoden Vertikalsperre |
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| Methode Horizontalsperre |
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| Wirksamkeit |
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| typischer Einsatz |
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| Lebensdauer |
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Mauerwerksabdichtung: Wann ist welche Methode sinnvoll?
Welches Vorgehen sich am Ende am besten eignet, hängt von der Gebäudeart, dem bereits entstandenen Schaden und dem Standort ab. Die Außenabdichtung ist bei einem Neubau in der Regel die erste Wahl, da sie Feuchtigkeit bereits am Eintritt hindert. Ist die Baugrube jedoch schwer zugänglich, etwa bei Reihenhäusern oder Garagenanbauten oder handelt es sich um einen Altbau, bietet die Innenabdichtung eine gute Alternative. Auch als kurzfristige Soforthilfe kann ein Mauerwerk von innen abgedichtet werden, um die Zeit bis zu einer geplanten umfangreichen Sanierung zu überbrücken.
Übersicht: Eignung der Mauerwerksabdichtung
| Situation | empfohlene Methode | Begründung |
|---|---|---|
| freistehendes Gebäude bzw. Neubau |
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| Reihenhaus, Grenzbebauung, eingeschränkte Eingriffsmöglichkeiten |
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| Altbau ohne Horizontalsperre |
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| drückendes Wasser (z. B. Grundwasser, Hanglage) |
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| denkmalgeschütztes Gebäude |
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| Übernahme eines Bestandsgebäudes |
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| leichte Durchfeuchtung im Kellerraum |
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Wie funktioniert die Horizontalsperre nachträglich?
Um zu verhindern, dass Feuchtigkeit kapillar vom Boden in die Wand aufsteigt, lässt sich die Sperrschicht nachträglich durch Injektionsverfahren einbringen. Dabei werden spezielle wasserabweisende Materialien wie Silikatgele oder Paraffinharze direkt in das Mauerwerk injiziert. Diese füllen die Poren und verhindern, dass Feuchtigkeit weiter aufsteigen kann. Die nachträgliche Horizontalsperre ist eine bewährte Methode zur Sanierung von feuchtem Mauerwerk, ohne aufwendige Erdarbeiten durchführen zu müssen.
Nachhaltigkeit und Wirksamkeit in der Praxis
Eine Mauerwerksabdichtung ist nur dann dauerhaft wirksam, wenn sie in ein ganzheitliches Sanierungskonzept eingebunden wird. Entscheidend ist nicht allein die Wahl des passenden Abdichtungsverfahrens, sondern vor allem die Beseitigung der eigentlichen Ursache der Durchfeuchtung. Nur wenn diese im Vorfeld erkannt und behoben wird, kann die Abdichtung langfristig schützen. Regelmäßige Kontrollen von Drainagen, Sockelanschlüssen und Abdichtungsschichten sind wichtig, um die Funktion und Wirksamkeit über viele Jahre hinweg zu sichern. Im Hinblick auf eine nachhaltige Bauweise haben sich zum Beispiel mineralische Dichtungssysteme wie zementäre Dichtschlämme als umweltfreundlich, diffusionsoffen und recycelbar bewährt. Empfehlenswert sind außerdem komplette Systemlösungen eines Herstellers, da diese eine hohe Materialverträglichkeit und lange Haltbarkeit gewährleisten. Wer die Abdichtung zusätzlich mit einer energetischen Sanierung kombiniert, kann Heizkosten senken und von staatlichen Fördermitteln profitieren.
Welche DIN-Normen gelten für die Mauerwerksabdichtung?
- DIN 18533-1: Allgemeine Anforderungen und Planungsgrundsätze für die Abdichtung von erdberührten Wänden und Bodenplatten
- DIN 18533-2: Anforderungen an Abdichtungsstoffe, beispielsweise Bitumenbahnen, Kunststoffbahnen oder mineralische Dichtungsschlämme
- DIN 18533-3: Vorgaben zur fachgerechten Verarbeitung, insbesondere zur Schichtdicke, zum Untergrund und zu Details wie Durchdringungen oder Anschlüsse
Ergänzend kommen DIN 18534 für die Abdichtung von Innenräumen (z. B. Nasszellen) und DIN 4095 für die Planung und Ausführung von Drainanlagen beziehungsweise Drainagen zum Einsatz. Diese Normen greifen vorwiegend dann, wenn Außenabdichtung und Entwässerungssystem kombiniert werden müssen, etwa bei drückendem Wasser oder schlecht durchlässigem Boden.
Welche Vorschriften gelten bei Mauerwerksabdichtung im Altbau?
Da Altbauten jedoch oft nicht den baulichen Voraussetzungen für moderne DIN-Verfahren entsprechen, gilt ergänzend zu der DIN-Reihe 18533 das WTA-Merkblatt 4-6-21 zur Durchführung von Abdichtungsarbeiten. Es wurde speziell für die nachträgliche Abdichtung historischer und feuchtegeschädigter Mauerwerkskonstruktionen entwickelt und beschreibt anerkannte Verfahren wie Injektionsmaßnahmen zur Horizontalsperre, kapillaraktive Innenschlämme oder salzverträgliche Sanierputzsysteme. Besonders wichtig bei älteren Gebäuden ist stets die vorherige Analyse des Mauerwerks, etwa hinsichtlich Durchfeuchtung und Salzgehalt, um passende, dauerhaft wirksame Maßnahmen zu ergreifen.
Mauerwerk abdichten: Was ist beim Denkmalschutz zu beachten?
Steht das betroffene Gebäude unter Denkmalschutz, dann dürfen Sie bei den Abdichtungsarbeiten die historische Bausubstanz nicht beschädigen oder dauerhaft verändern. Eingriffe in Fundamente, Sichtmauerwerk oder tragende Bauteile sind in der Regel untersagt. Deshalb kommen nur reversible und substanzschonende Verfahren infrage. Alle Maßnahmen dürfen zudem nur in enger Abstimmung mit der zuständigen Denkmalbehörde erfolgen. Wichtig ist eine umfassende Dokumentation, zum Beispiel mit Fotos, Gutachten und Materialnachweisen, um spätere Genehmigungen oder Förderanträge zu erleichtern.
Welche Methoden eignen sich bei Denkmalschutz?
- Kapillaraktive Sanierputze, die Feuchtigkeit regulieren, ohne den Wandaufbau zu versiegeln
- Innenabdichtungen mit diffusionsoffenen Dichtschlämmen oder Negativabdichtungen
- Injektion von Abdichtungsmaterial, wobei gezielt Bohrlöcher gesetzt und mit einer Injektionsflüssigkeit geschlossen werden, sodass der Eingriff in die Bausubstanz minimal bleibt
Außenabdichtung: Methoden im Überblick
Außenabdichtungen gelten als die effektivste Maßnahme, um Mauerwerk dauerhaft vor Feuchtigkeit zu schützen. Sie verhindern das Eindringen von Wasser und schützen so die gesamte Bausubstanz. Die Ausführung erfolgt in mehreren Schritten und erfordert umfangreiche Vorarbeiten wie das Freilegen der Kellerwände. Je nach Belastungsklasse und Bauweise stehen verschiedene Abdichtungssysteme zur Verfügung, die sich in Material, Aufwand und Langlebigkeit unterscheiden.
Welche Abdichtungsmethoden gibt es außen?
- Bitumendickbeschichtung (PMBC): Diese elastische Beschichtung wird mehrlagig aufgetragen und bildet eine dauerhaft wasserundurchlässige Schutzschicht. Durch ihre hohe Haftkraft und Flexibilität eignet sie sich besonders gut für Kellerwände mit Bodenfeuchte oder drückendem Wasser.
- Dichtschlämme: Zementgebundene Dichtschlämme verbinden sich fest mit dem mineralischen Untergrund und härten zu einer dichten, diffusionsoffenen Barriere aus. Häufig werden sie als zusätzliche Schutzlage unter Bitumenbeschichtungen eingesetzt, um die Abdichtung zu verstärken.
- Kunststoffbahnen: Kunststoff- oder Kautschukbahnen bieten eine extrem widerstandsfähige Lösung gegen Feuchtigkeit und mechanische Belastung. Da sie verschweißt oder vollflächig verklebt werden, ist die Verarbeitung anspruchsvoll, überzeugt jedoch durch eine besonders lange Haltbarkeit.
- Drainagesysteme: Ein Drainagesystem führt Sickerwasser gezielt vom Gebäude weg und verhindert, dass sich Feuchtigkeit an den Außenwänden staut. In Kombination mit einer Außenabdichtung entsteht ein wirkungsvoller Schutz, der den Keller dauerhaft trocken hält.

Wie wird eine Außenabdichtung durchgeführt? [Schritt-für-Schritt-Anleitung]
- freilegen der Kellerwand: Zunächst wird das Erdreich entlang der betroffenen Wand bis zur Fundamentsohle ausgehoben. Dabei muss die Baugrube ausreichend breit sein, um sicheres Arbeiten zu ermöglichen.
- Reinigung und Schadstellenbeseitigung: Die freigelegte Wandfläche wird gründlich gereinigt, lose Putzreste, Altanstriche oder Erdablagerungen müssen entfernt werden. Risse und Fugen werden mit geeignetem Mörtel oder Dichtungsmaterial ausgebessert, um eine gleichmäßige Fläche zu schaffen.
- Grundierung auftragen: Auf den vorbereiteten Untergrund wird eine haftvermittelnde Grundierung aufgebracht, die die Saugfähigkeit reguliert und die Verbindung zur Abdichtungsschicht verbessert.
- Abdichtung aufbringen: Je nach Verfahren werden eine Bitumendickbeschichtung (PMBC), Dichtschlämme oder Folienabdichtung in mehreren Schichten aufgetragen. Jede Abdichtungsschicht muss gleichmäßig und ohne Lufteinschlüsse aufgetragen werden. Undichtigkeiten entstehen häufig durch zu dünn aufgetragene Schichten oder beschädigte Übergänge.
- Schutz- und Drainageplatten montieren: Zum Schutz der Abdichtung vor mechanischen Einwirkungen werden Schutzplatten oder Noppenbahnen angebracht. Zusätzlich lassen sich Drainageplatten einsetzen, die Sickerwasser gezielt ableiten und so zur Entwässerung des Wandbereichs beitragen.
- Baugrube fachgerecht verfüllen: Abschließend wird die Baugrube mit drainfähigem Material (z. B. Kies oder Splitt) verfüllt. Wichtig ist, keine bindigen Böden wie Lehm oder tonhaltige Erde direkt an der Wand zu verwenden, da sie die Wasserableitung behindern.
Außenabdichtung: Vorteile und Nachteile im Überblick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
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Wann ist eine Außenabdichtung technisch nicht mehr möglich?
Eine Außenabdichtung scheitert, wenn:
- Nachbargebäude direkt angrenzen
- der Baugrund instabil ist
- Leitungen oder Anbauten eine Freilegung verhindern
- Denkmalschutz bauliche Eingriffe untersagt
In solchen Fällen wird auf Innenabdichtung oder Injektionsverfahren zurückgegriffen.
Innenabdichtung: Methoden im Überblick
Wenn eine Außenabdichtung technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht vertretbar ist, bietet die Innenabdichtung eine wirksame Alternative. Sie wird auf der Innenseite der betroffenen Wandflächen aufgebracht und verhindert, dass eindringende Feuchtigkeit in den Wohnraum gelangt. Besonders bei Altbauten, denkmalgeschützten Gebäuden oder fehlender Zugänglichkeit zum Fundament hat sich die Innenabdichtung in Kombination mit weiteren Maßnahmen bewährt.
Welche Abdichtungslösungen gibt es innen?
- Dichtschlämme auf Zementbasis: Die mineralische Beschichtung wird direkt auf das Mauerwerk aufgetragen und dichtet kapillar aufsteigende oder seitlich eindringende Feuchtigkeit zuverlässig ab. Ihre einfache Verarbeitung macht sie besonders interessant für Sanierungen im Altbau.
- Negativabdichtung: Bei dieser Methode wird die Sperrschicht auf der Innenseite der Wand angebracht, um eindringendes Wasser von außen zurückzuhalten. Sie bietet sich vor allem dann an, wenn eine Außenabdichtung nicht möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.
- Injektionsverfahren: In Bohrlöcher wird eine Injektionsflüssigkeit, zum Beispiel Harz oder Gel, in das Mauerwerk eingebracht, wodurch die Poren dauerhaft verschlossen werden. Auf diese Weise lässt sich aufsteigende Feuchtigkeit im Keller effektiv stoppen und das Mauerwerk stabilisieren.
- Sanierputzsysteme: Diese speziellen Putze nehmen Feuchtigkeit und Salze aus dem Mauerwerk auf und verhindern sichtbare Schäden an der Oberfläche. Gleichzeitig verbessern sie das Raumklima und werden oft ergänzend zu anderen Abdichtungsverfahren eingesetzt.
Innenabdichtung: Vorteile und Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
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Was beeinflusst die Kosten für eine Mauerwerksabdichtung?
- Art der Abdichtung
- verwendete Materialien
- Schadensausmaß
- Zugänglichkeit der Wandflächen
- Tiefe der Abdichtung
- Wandmaterial
- Wanddicke
- notwendige Vorarbeiten (z. B. Risssanierung, Putzentfernung, Trockenlegung)
- Wasserbelastung
- regionale Unterschiede bei Lohn- und Materialkosten
Was kostet eine Mauerwerksabdichtung von außen?
| Methode | Kosten pro Quadratmeter |
|---|---|
| Bitumendickbeschichtung (PMBC) | 150 bis 300 Euro |
| Dichtschlämme außen | 100 bis 200 Euro |
| Kunststoffbahnen | 180 bis 350 Euro |
| Drainagesystem | 20 bis 250 Euro |
| Perimeterdämmung (ergänzend) | 100 bis 200 Euro |
Was kostet eine Innenabdichtung pro Quadratmeter?
| Methode | Kosten pro Quadratmeter |
|---|---|
| zementäre Dichtschlämme | 80 bis 150 Euro |
| Negativabdichtung | 100 bis 400 Euro |
| Injektionsverfahren | 100 bis 300 Euro |
| Sanierputzsysteme | 50 bis 80 Euro |
| Innenbeschichtung mit Bitumen | 100 bis 160 Euro |
Gibt es Förderungen oder Zuschüsse für Mauerwerksabdichtungen?
Förderfähig sind Abdichtungen als Einzelmaßnahme in der Regel nicht. Jedoch besteht die Möglichkeit einer Förderung, wenn Sie Ihr Mauerwerk im Rahmen einer energetischen Sanierung abdichten lassen. Hierfür bieten das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) entsprechende Förderprogramme. Zudem sollten Sie sich auch über regionale und kommunale Förderprogramme informieren. Für Handwerksarbeiten durch den Profi können Sie einen steuerlichen Vorteil erhalten, indem Sie diese als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich geltend machen.
Kann ich eine Mauerwerksabdichtung selbst durchführen?
Eine Mauerwerksabdichtung kann in bestimmten Fällen auch in Eigenleistung erfolgen, wenn ausreichend handwerkliches Geschick vorhanden ist. Besonders kleinere Innenabdichtungen bei leichter Feuchtebelastung eignen sich für erfahrene Heimwerker. Voraussetzung ist jedoch, dass die Ursache der Feuchtigkeit eindeutig festgestellt wurde und keine komplexen Schäden oder statischen Risiken bestehen. Eine sorgfältige Vorbereitung und das genaue Befolgen der Herstelleranweisungen sind entscheidend für den Erfolg. Häufige Fehler entstehen etwa durch unzureichend gereinigte Untergründe, falsch aufgetragene Schichtstärken oder die Kombination nicht kompatibler Materialien. Auf den ersten Blick wirkt das Abdichten einfach, doch selbst kleine Versäumnisse können später zu Undichtigkeiten oder neuen Feuchteschäden führen. Verwenden Sie daher ausschließlich Systemkomponenten eines Herstellers, damit Grundierung, Abdichtung und Schutzschicht optimal aufeinander abgestimmt sind. So bleibt Ihre Abdichtung dauerhaft wirksam und das Mauerwerk langfristig geschützt.
Welche Verfahren sind für Heimwerker geeignet?
- zementäre Dichtschlämme zur Abdichtung feuchter Wandflächen von innen
- Sanierputzsysteme, um salzbelastetes Mauerwerk zu entfeuchten und optisch aufzubereiten
- Injektionsverfahren bei kleine Flächen
Wann ist ein Fachbetrieb Pflicht?
In manchen Fällen sollte die Mauerwerksabdichtung ausschließlich von einem Fachbetrieb ausgeführt werden. Das betrifft vor allem Gebäude, die starkem Wasserdruck ausgesetzt sind, etwa durch drückendes Wasser oder einen hohen Grundwasserspiegel. Drückendes Wasser entsteht dabei, wenn sich Niederschlags- oder Hangwasser an der Kellerwand staut und dauerhaft Druck auf das Mauerwerk ausübt. Auch Altbauten mit Misch- oder Natursteinmauerwerk erfordern spezielles Fachwissen, da diese Materialien anders reagieren als moderne Baustoffe. Bei denkmalgeschützten Gebäuden sind professionelle Abdichtungsmaßnahmen ebenfalls zwingend notwendig, um die strengen Auflagen zu erfüllen und die historische Bausubstanz zu bewahren. Wenn Ihr Vorhaben förderfähig ist und Sie Fördermittel beantragen möchten, ist zusätzlich die Ausführung der Arbeit durch einen zertifizierten Fachbetrieb in der Regel Voraussetzung.
Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Nach einer sorgfältigen Ursachenanalyse sollte zunächst eine Trockenlegung der durchfeuchteten Bereich im Mauerwerk erfolgen.
- Bei älteren Häusern mit Naturstein oder Mischmauerwerk ist die genaue Materialzusammensetzung entscheidend, da unterschiedliche Porositäten und Aufnahmefähigkeiten die Wahl der Abdichtung und die Verarbeitungsmethode beeinflussen.
- Nicht aufeinander abgestimmte Dämmmaßnahmen können den natürlichen Feuchtetransport behindern und so neue Schäden verursachen, weshalb dies bereits in der Planung berücksichtigt werden sollte.
- Achten Sie zudem bei allen verwendeten Materialien auf die Herstellerangaben, um eine fachgerechte Verarbeitung und maximale Wirksamkeit sicherzustellen.
- Da eine Abdichtung das Feuchteverhalten angrenzender Wände und Böden verändern kann, sollten diese Bauteile ebenfalls in die Planung einbezogen werden, um Folgeschäden zu vermeiden und eine langfristig nachhaltige Wirkung zu gewährleisten.
Fazit
Feuchtigkeit im Mauerwerk ist mehr als nur ein optisches Problem. Sie bedroht die Bausubstanz, belastet die Gesundheit der Bewohner und treibt die Energiekosten in die Höhe. Eine professionelle Mauerwerksabdichtung schützt nicht nur vor diesen Folgeschäden, sondern steigert auch den Wert Ihrer Immobilie nachhaltig. Die Außenabdichtung bietet dabei die langfristig wirksamste Lösung, da sie Feuchtigkeit bereits vor dem Eindringen stoppt. Doch auch wenn eine Außenabdichtung nicht umsetzbar ist, stehen mit modernen Innenabdichtungsverfahren wirksame Alternativen zur Verfügung. Entscheidend für ein wasserdichtes Mauerwerk ist jedoch immer das rechtzeitige Handeln. Je früher Sie Feuchtigkeitsschäden erkennen und die Ursache beheben lassen, desto geringer fallen die Sanierungskosten aus. Eine fachgerecht ausgeführte Abdichtung ist eine Investition, die sich gleich mehrfach durch trockene Wände, ein gesundes Raumklima, niedrigere Heizkosten und den langfristigen Erhalt Ihrer Immobilie auszahlt. Nehmen Sie Feuchtigkeitsschäden nicht auf die leichte Schulter und ermitteln Sie am besten zusammen mit einem Fachbetrieb die Ursache, damit aus einem vorerst kleinen Problem keine teure Baustelle wird.
Mauerwerksabdichtung: Häufig gestellte Fragen
Wie lange hält eine Abdichtung?
Die Lebensdauer einer Mauerwerksabdichtung hängt stark von der gewählten Methode und der fachgerechten Ausführung ab. Eine professionell aufgebrachte Außenabdichtung kann bei regelmäßiger Wartung 30 bis 40 Jahre und länger ihre volle Wirksamkeit behalten. Innenabdichtungen haben in der Regel eine kürzere Lebensdauer von 15 bis 30 Jahren.
Wie kann ich Feuchtigkeit messen?
Für eine erste Einschätzung können Sie mit handelsüblichen kapazitiven oder Widerstands-Feuchtemessgeräten arbeiten. Diese Geräte messen den Feuchtigkeitsgehalt an der Oberfläche und geben Ihnen einen ersten Hinweis auf mögliche Probleme. Allerdings erfassen sie nur oberflächliche Werte und können täuschen, etwa wenn Salze im Mauerwerk vorhanden sind. Für eine exakte Bestimmung der Mauerwerksfeuchte empfiehlt sich die sogenannte CM-Messung (Carbid-Methode) durch einen Fachbetrieb. Dabei wird eine Materialprobe entnommen und der tatsächliche Wassergehalt präzise bestimmt.
Wie erkenne ich den richtigen Fachbetrieb für die Mauerwerksabdichtung?
Ein guter Fachbetrieb nimmt sich Zeit für eine ausführliche Bestandsaufnahme, erstellt ein nachvollziehbares Sanierungskonzept sowie ein transparentes Kostenangebot für die geplanten Maßnahmen. Holen Sie am besten mehrere Angebote ein und vergleichen Sie nicht nur die Preise, sondern auch die angebotenen Leistungen und Garantien.